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... wie Bücher entstehen

So

09

Okt

2016

Bücher suchen und lesen

Lust auf einen Herbstspaziergang? In ganz Deutschland sind Bücher versteckt! Hier ist die Liste mit den Geo-Daten. Findet ein Buch und gewinnt ein weiteres. Hier steht, wie es geht.

Viel Spaß!

(Mein Buch findet ihr unter der Postleitzahl 70329)

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Mo

15

Aug

2016

Gründlich gelesen

Eine wunderbare Besprechung von "Tod und Irrtum" im Histo Journal von Alessa Schmelzer.

 

"Die immer wieder von der Autorin mit Bedacht eingestreuten Briefe an Freud, lassen den Leser tief in die Psyche Henriettes eintauchen und verstehen, was sie fühlt und denkt und welche Handlungen diese Reflexionen evozieren. ... Diesen emanzipatorischen, gängige Konventionen sprengenden Aspekt zu beschreiben, ist eine der Stärken des Romans." (hier die gesamte Besprechung)

 

Und außerdem ein Interview:

Über gesellschaftliche Tabus des beginnenden 20. Jahrhunderts und was Sigmund Freud in meinen Augen so genial macht ...

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Mo

15

Aug

2016

Buchstäbliches ...

... das mich sehr gefreut hat.

"Ein überzeugender Thriller mit verwirrend-sympathischen Persönlichkeiten ...
Ob mich ein Buch vollends in seinen Bann ziehen kann, zeigt sich gerne bei einer längeren Bahnfahrt. Es gibt Bücher, die sind nett, aber das Gespräch der Mitreisenden vor mir dann doch interessanter. ... Und dann gibt es solche wie diesen Thriller von Elke Weigel, die dafür sorgen, dass ich fast meinen Zielbahnhof verpasse. ..."

 

Hier geht´s zur ganzen Kritik von Tanja Mandelt.

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Do

11

Aug

2016

Was machst du mit den Belegexemplaren?

Als Autorin bekomme ich 10 Belegexemplare, das sind 10 Bücher, die ich verschenken an. Zum Beispiel an Leute, die mir geholfen haben.

 

Einer von ihnen ist Michael Kühner vom Polizeimuseum Stuttgart. Ich schrieb ihm eine Mail mit meinen Fragen zur Polizeiarbeit in Stuttgart um 1910.

 

Er rief mich daraufhin an und hat mir wunderbar geholfen und darüberhinaus noch Anekdoten erzählt, die ich für die Geschichte verwenden konnte.

 

Eine meiner Fragen lautete:

"Hatte ein Kriminalkommissar damals schon ein Auto oder kam er mit einem Pferd?"

Die Antwort: "Man fuhr mit der Straßenbahn. Damals hatte man noch Zeit."

 

Und er erzählte mir, dass die häufigsten Verkehrsunfälle damals passierten, weil die Stuttgarter auf die Straßenbahnen aufsprangen oder während der Fahrt absprangen.

 

Da mir eine authentische Darstellung der Zeit wichtig ist, tragen solche Einzelheiten dazu bei, dass ich immer mehr lebendige Bilder vor Augen habe, wenn ich schreibe.

 

Vielen Dank Michael Kühner!

 

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Di

12

Jul

2016

Zu meiner Verteidigung

Alle, die schreiben, wissen, dass die Figuren eines Romans ein unheimliches Eigenleben entwickeln können.

 

Mir passiert das auch ständig und als mich Sunita, die Marketing-Fachfrau vom Konkursbuch-Verlag, fragte, ob ich etwas über meine Krimis erzählen möchte, hatte ich zunächst keine Idee.
Aber dann meldeten sich überraschenderweise ein paar meiner Akteure aus meinen beiden Krimis zu Wort. Sie wollten MICH interviewen.

 

Johanna Schach, Kommissarin (blond, sommersprossig, kurzes Haar und gut trainiert), verschränkt die Arme, lehnt sich im Sessel zurück und schaut mich skeptisch an: „Wieso schreibst du überhaupt Krimis? Du liest keine, du schaust niemals Tatort, also wieso plötzlich dieser Eifer in meinem Fachgebiet?“

 

Ich: „Ich wollte einen schreiben, der anders ist. Der Bösewicht sollte nicht einfach nur böse oder ein Psychopath sein, stattdessen wollte ich zeigen, dass jeder Mensch an bestimmten Punkten seines Lebens Entscheidungen trifft, für die er selbst verantwortlich ist.“

 

Hans Augenstein, Psychiater (kahlköpfig, drahtig, tot, aus „Mutterschuld“), kratzt sich die schorfige Wunde an seiner Schläfe. „Mit Bösewicht meinen Sie wohl mich? Ich finde das ziemlich ungerecht. Schließlich hatte ich eine schwere Kindheit!“

 

Ich: „Das ist wohl wahr, aber als Psychiater müssten Sie wissen, dass es wichtig ist, sich seinen dunklen Seiten zu stellen, da sie ansonsten ein Eigenleben führen. Bei Ihnen hatte das fatale Folgen.“

 

Carolin Baittinger, Psychologin (jung, dynamisch, Johannas Freundin), zupft sich die bunte Bluse zurecht und sitzt aufrecht im Sessel. „Ich bin ja die Hauptperson und die Fälle, die ich lösen muss, weil meine liebe Freundin teilweise ganz schön überfordert ist ...“

 

Johanna springt empört auf. „Verdammt! Was heißt hier überfordert? Dieser Psychoquatsch nimmt manchmal ganz schön überhand!“

 

Carolin legt ihr die Hand auf den Arm. „Ohne dich hätte ich es natürlich niemals geschafft. Also, was ich sagen wollte, die Fälle sind richtig spannend, im normalen Leben geht es wohl eher nicht so zu. Besonders die Methoden, die ich anwende, die sind schon ... erfunden, oder?“

 

Ich: „Nein, die Methoden gibt es, nur habe ich dir ermöglicht, ein wenig mehr zu tun, als man es als Psychologin tun darf. Ungern hast du es ja nicht getan, besonders, da dir manche Patienten ordentlich unter die Haut gegangen sind.“

 

Carolin errötet und Johanna schnaubt laut.

 

Frieda, Fotografin (kurzes Haar, androgyner Typ aus „Sterben in Schwarzweiß“) hockt sich auf Johannes Sessellehne. „Ich weiß nicht, was im ersten Band mit diesem alten Sack passiert ist (Augenstein rümpft die Nase), aber Alex hat schon eine ziemlich umwerfende Ausstrahlung, das muss man ihr lassen. Wieso musstest du sie eigentlich zu uns schicken? Meiner Schwester und mir ging es gut, bis sie auftauchte.“

 

Ich: „Naja, das Projekt „Engel“, das ihr ins Leben gerufen habt, ist auf seinem Höhepunkt und damit an seinem Ende angekommen. Es brauchte frischen Wind.“

 

Johanna zu Carolin: „Auf diesen frischen Wind hätte ich verzichten können. Musstest du diesen Fall annehmen?“

 

Carolin beachtet sie nicht, sondern starrt fasziniert zu Frieda. „Irgendwie seht ihr euch ähnlich.“

 

Ein Tumult bricht los. Die drei Frauen streiten sich und werfen mir vor, dass ich sie in eine unmögliche Situation gebracht habe. Der Professor will, dass ich eine Szene umschreibe, schließlich hat er Walter sehr geliebt und er konnte wegen mir ja nicht anders ...

 

Schnell schließe ich das Word-Dokument!

 

Es ist doch wichtig, dass ich als Autorin die Geschichte im Griff behalte.

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Do

07

Jul

2016

Was nicht in meinen Büchern steht ...

... mein Dank an die Frau, die mir von Anfang an geholfen hat, Spannung in meine Romane zu bringen: Dorothea Böhme.

 

2008 hat sie meine ersten Texte in einem Schreibforum gelesen und mir ihre Kommentare dazu geschickt. Zuerst war es ganz seltsam, mich mit Leuten, die ich nicht persönlich kannte, übers Schreiben auszutauschen, (außer ihr sind es weitere ca 15 aktive Schreiberlinge), aber bald merkte ich, wie sehr mir das weiterhilft.

 

Damals wie heute erfasst Dorothea blitzschnell auf was ich mit meinem Text hinaus will und kann mir dabei helfen, es noch präziser und prägnanter zu machen.

 

Sie selbst schreibt schwarzhumorige Krimis, die in Kärnten spielen, wo sie lange gelebt hat. Außerdem Romane über starke Frauenfreundschaften.

 

Damals arbeitete sie an der Universität in Ungarn, aber sie hat lange studentische Wurzeln, die bis nach Tübingen reichen und so verabredeten wir uns an einem kalten Wintertag im Café an der Stiftskriche.

 

Es war Schreibliebe auf den ersten Blick!

Schreibliebe?

Gibt es das überhaupt, denkt ihr jetzt?

 

O ja! Obwohl Dorothea ganz anders schreibt als ich, können wir uns stundenlang über alles austauschen, was mit dem Schreiben zutun hat.

Bei jedem meiner Romane war sie von Anfang an dabei, hat mich unterstützt und niemals damit aufgehört, an mich zu glauben.

 

Inzwischen bin ich im Schreiben herangewachsen und kann auch ihre ihre Texte lesen und erkennen, wo man etwas verändern müsste.

Bei jeder Neuerscheinung schenken wir uns gegenseitig ein druckfrisches Exemplar und schreiben einen Dank an die "Schreibpatentante" hinein, die wir füreinander sind.

 

Und das ist ihr neuster Kriminalroman: Schwabenbräute.

Humorvoll, rasant und voller Überraschungen. Und wie der Titel schon sagt, ist der Schauplatz nach Stuttgart gewechselt.

Und heute freiern wir diese Neuerscheinung, gleich nachher im Café in Stuttgart.

 

Wenn ihr also zwei Frauen seht, die die Köpfe zustammenstecken und keinen Blick mehr haben für nichts drumherum, dann sind das die beiden Schreibpatentanten!

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Mo

04

Jul

2016

Was ihr schon immer über mich wissen wolltet ...

... lest ihr in einem Interview mit dem Konkursbuch-Verlag.

 

Was war das letzte Buch, das du veröffentlicht hast? Worum geht es? Wie kamst du auf die Storyidee?


EW: Meine letzte Veröffentlichung war „Sterben in Schwarzweiß“, der zweite Band nach „Mutterschuld“.


Die Ermittlerin ist wieder die junge Psychologin Carolin Baittinger, die mit unorthodoxen Methoden arbeitet (also ganz anders als ich).

 

Die Idee zu dieser Geschichte bekam ich, als ich ein Foto von Annemarie Schwarzenbach sah. Ein Foto, auf dem man nicht auf den ersten Blick sieht, ob es eine Frau oder ein junger Mann ist.

 

Daraus entstand die Geschichte von zwei Schwestern, die sich die „Engel“ nennen und nur Schwarzweißfotos von sich machen.

 

Das Spiel mit der Uneindeutigkeit in der Kunst hat mich fasziniert, ebenso das Thema Androgynität.

 

Mit hinein fließen Überlegungen, wie sich die eigene Identität über Schönheit definiert und was geschieht, wenn sich das Aussehen verändert.

 

Von da war es nicht mehr weit zum Thema „Multiple Persönlichkeit“. Wer bin ich? Und wann treten welche Persönlichkeitsanteile zum Vorschein?

 

Alex, eine meiner Figuren im Roman, ist von diesem Krankheitsbild betroffen, aber ich denke, wir alle kennen in abgeschwächter Form das Gefühl, dass da noch andere Anteile in uns wirken. Jüngere, ältere, männliche und weibliche.


So habe ich das Thema Identität von mehreren Seiten beleuchtet und in eine Geschichte gepackt.


Wie gehst du beim Schreiben vor? Hast du bestimmte Methoden, Rituale etc.?

weiterlesen

 

 

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Di

21

Jun

2016

Ein Jahr ohne Sommer und die Bilder der Romantiker

Dieses Jahr will der Sommer zwar nicht so richtig in die Gänge kommen, aber so schlimm wie 1816 ist es längst nicht. Da fiel der Sommer tatsächlich aus. Dieses Jahr wird das Jahr ohne Sommer genannt. Am stärksten betroffen waren das Elsass, die Deutschschweiz, Baden, Würrtemberg, Bayern und  Vorarlberg.

Die Temperaturen blieben ungewöhnlich niedrig, es regnete anhaltend, es kam zu Bodenfrösten und Schnee im Sommer.

Im nächsten Jahr folgten katastrophale Überschwemmungen, weil der Schnee von zwei Wintern und einem Sommer gleichzeitig abschmolz. Die Ernte fiel daraufhin fast ganz aus. Die Menschen hungerten.

 

Esrt 1920 fanden Forscher die Erklärung für das Jahr ohne Sommer: Der Ausbruch des Vilkans Tambora auf der Insel Sumbawa in Indonesien führte zur Abkühlung des Weltklimas.

 

Die feine Asche blieb bis ca. 1870 in der Atmosphäre und bescherte Europa prächtige Sonnenuntergänge von einer Farbintensität, die nie zuvor gesehen wurde. Dieses Phänomen inspirierte die Künstler der Romantik zu ihren Bildern.

 

Mich inspirierte das Jahr ohne Sommer zu der Überlegung, wie wohl Menschen in einer abgelegenen Region darauf reagieren könnten.

 

Herausgekommen ist mein Roman "Eissommer".

Eine Geschichte, die ich ganz anders geschrieben habe, als alle anderen. Ich gab meine Texte so gut wie gar nicht anderen zu lesen (was ich sonst sehr viel mache), sondern ich schrieb und schrieb, völlig abgetaucht in die Figuren und die Zeit. Ging spazieren, sog die Rosendüfte in mich auf und suchte in der Umgebung nach Plätzen, wo meine Geschichte spielen könnte.

 

Danach ließ ich die Geschichte ein halbes Jahr liegen. Was noch fehlte, war der zweite Handlungsstrang, der 40 Jahre später einsetzt. Die Geschichte von Cumera und Liane. Ich schrieb sie erst als es auf die Wintersonnenwende zuging.

 

Eine Geschichte zu beenden und sie zu veröffentlichen ist für mich immer eingewaltiger Schritt. Dann ist es nicht mehr nur meine Welt. Deswegen machen ich für manche Geschichten, die mir besonders nahe stehen, eine Collage, in der ich in Bilder und Texten festhalte, was mir so viel bedeutet hat.

 

Und jedes Jahr, wenn die Rosen wieder blühen, denke ich an diese intensive Schreibzeit, die ich gedanklich im Dorf Schrattingen verbracht habe.

 

Die Sommersonnenwende, also der 21. Juni, spielt in diesem Roman eine zentrale Rolle in der Geschichte von Rose, genauso das Gegenstück, die Wintersonnenwende, 21. Dezember, in der Geschichte von Cumera und Liane.

 

Die Mächte der Natur, die Kraft des Waldgeistes und des Färberwaids, die Heckenrosen und ihr Duft ... und wie der Gmeiner Verlag zusammenfasste: Ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, seinen eigenen Weg zu gehen.

 

Leseprobe und eine kurze Zusammenfassung von "Eissommer" findet ihr hier.

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Di

14

Jun

2016

Graffitikunst und Bibliotheken

Sterben in Schwarzweiß

"Mit profunden Kenntnissen zum Krankheitsbild Alex' (Multiple Persönlichkeit) schafft die Autorin einen spannenden Krimi der etwas anderen Art."

 

Eva Fritz vom ekz für Bibliotheken empfiehlt meinen Krimi für die Anschaffung. Ihr könnt also Ausschau halten, ob ihr ihn in eurer Stadt ausleihen könnt.

 

Und die Bloggerin Anna meint: "Ich mag es ja sehr gerne, wenn ein Krimi oder Thriller nicht auf brutale Schockmomente setzt, sondern intelligent durchdacht ist und auf diese Weise subtil die Spannung steigert."

 

Und sie meint, er sollte verfilmt werden. – Finde ich auch!

 

Deswegen heute ein paar Bilder aus der Hall of Fame in Stuttgart, Bad Cannstatt, wo eine wichtige Szene stattfindet.

 

Zur Recherche hatte ich dort ein paar Maler interviewt. Wie sie arbeiten, welche Regeln dort gelten und diese Infos sind in die Geschichte eingeflossen. Das Wichtigste war, dass sie sich selbst nicht "Sprayer" nennen, sondern als Künstler verstehen.

Die Unterführung in der Nähe des Wasens ist ein legaler Platz für Graffiti-Kunst.

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Fr

10

Jun

2016

Fußball – oder was anderes

Anlässlich der EM krame ich heute meinen Roman "Fußballtöchter" hervor und blättere wehmütig darin. Es ist mein erster veröffentlichter Roman. 2012.

 

Jim Baker vom Querverlag rief mich an, nachdem er das Lektorat gemacht hatte und sagte: "Erschrecke nicht, wenn du die vielen Zeichen am Rand siehst, du hast einen ganz wunderbaren Roman geschrieben."

Das tut heute noch gut.

 

Ich fürchte nämlich, dass viele den Roman nicht in die Hand nehmen, weil sie meinen, Fußball, besonders Frauenfußball, würde sie nicht interessieren.

 

Dabei ist es in erster Linie eine Geschichte über Frauenfreundschaft. Wie Susi, Gerda, Hannelore und Annegret zusammenhalten, gemeinsam für etwas kämpfen und die Zickereien unter Mädels gar nicht erst anfangen.

 

Eine Freundschaft unter Frauen, von der ich träume. Wir sollten alle zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen und uns daran freuen, wie viel wir gemeinsam haben. 

Deswegen könnten die Frauen in meinem Roman auch etwas ganz anderes tun als Fußball spielen: Yoga, Tennis, Boxen ...

 

Für mich war es ein interessanter Ausflug in die Anfänge des Frauenfußballs und vor allem liebe ich es, wenn mir Leserinnen schreiben und erzählen, wie es bei ihnen damals war, als sie kickten, auf der Straße, zum Spaß oder mit voller Begeisterung im Verein.

Es hat sich viel getan seit den 70 ern und das ist gut so.

 

Wer es noch nicht kennt: "Fußballtöchter". Ein Buch über starke Frauenfreundschaften – dem kann ich es ans Herz legen. Es ist nämlich mein Herzstück, weil es mein erstes ist.

 

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Fr

10

Jun

2016

Heute am Frühstückstisch

Ich: (Schlürfe meinen Kaffee.)

Meine innere Ideenschleuder: Mach doch mal eine Seminar, da gibt es was Interessantes über erzählendes Sachbuchschreiben.

Meine innere Kritikerin: WAS? Noch eine neue Idee? Sie hat doch schon 2,3, nein 4, die sie noch nicht umgesetzt hat.

Innere Ideenschleuder: Also lieber einen Schreiburlaub am Bodensee oder in Griechenland, also da gibt es ...

Innere Kritikerin: Sie soll sich lieber hinhocken und ihren Krimi weiterschreiben. Es bringt gar nichts, jetzt über neue Ideen nachzudenken. (zu mir) Du verzettelst dich nur. Hör nicht auf die Ideenschleuder, sie ist gerade deine Fluchtberaterin.

Ich: WIESO???

Innere Kritikerin: Wie lange hast du nicht mehr geschrieben?

Ich: 7 Tage.

Innere Kritikerin: Weißt du noch, was als nächstes ansteht?

Ich: (senke den Kopf und trinke Kaffee)

Innere Ideenschleuder: Sie hat einen guten Plan, 14 Notizzettel voller Ideen, außerdem ein DinA4 Notizbuch mit Recherchematerial. Sie muss sich keine Sorgen machen, der Plot steht.

Innere Kritikerin: Na also! Das Projekt hat jetzt wie viele Seiten?

Ich: (öffne die Datei) 148! Ich dachte es wäre erst 110 oder so.

Beide (im Chor): Na also!

Ich: Also was? Ich habe keine Idee, wie ich die nächste Szene schreiben soll.

Innere Ideenschleuder: Es gibt ein Seminar ...

Innere Kritikerin: Kein Seminar, jetzt nicht, sie braucht Ideen für das nächste Kapitel ...

Innere Ideenschleuder: Manchmal hilft es, wenn man sich eine Auszeit nimmt, am Bodensee oder ...

Innere Kritikerin: Kannst du mal aufhören, an den Bodensee zu denken!? Konzentriere dich auf den Krimi und bring mal ein paar Ideen dafür!

Innere Ideenschleuder: Dazu müsste ich erstmal wissen, was ansteht.

Innere Kritikerin: Das kann ich dir genau sagen!

Beide (im Chor): Imm einen Stift in die Hand! Papier her!

Ich: (tu, was sie verlangen) Endlich arbeitet ihr zusammen!

 

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Mi

25

Mai

2016

Gar nichts erlebt

Aus Mozarts fiktiven Tagebüchern von Eugen Egner:

13.7.1770
Gar nichts erlebt. Auch schön.

 

Nichts wollen, nichts müssen, nicht einmal nachdenken. Den Blumen beim Keimen zusehen. –

Solche Zeiten brauche ich hin und wieder. Im Stillen entwickeln sich neue Ideen, ohne, dass ich etwas dafür tun muss.

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Fr

20

Mai

2016

"Rüberbringen, was sie fühlte, ...

"Rüberbringen, was sie fühlte, ging irgendwie nicht."

Das ist meine neudeutsche Version von diesem wunderbaren Satz:

"Des Menschen Wort ist wie eine gesprungene Pauke, auf der wir eine Melodie austrommeln, nach der kaum ein Bär tanzt, während wir die Sterne bewegen möchten."

 

Gelesen habe ich ihn in "Madame Bovary" von Gustave Flaubert. Das Buch kannte ich nicht, habe es aber gerade begeistert verschlungen. Die Sprache ist erstaunlich modern, dafür, dass es 1858 erschienen ist.

 

Es beginnt wie ein wunderbarer Historienroman, mit detailreichen Beschreibungen des Landlebens in Frankreich. Eine Fundgrube für meine Lust, einen weiteren historischen Roman zu schreiben! Und dann, was ich gar nicht erwartet hatte, zeigt er, wie fatal sich das Leben einer jungen Frau entwickeln kann, wenn sie nur um sich selbst kreist und glaubt, die die einzige Erfüllung sei in einer perfekten Liebesbeziehung zu finden.

 

Meine Schlussfolgerung: Für Bildung ist es nie zu spät – auch für mich nicht!

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Di

17

Mai

2016

Die schlechteste Idee der Welt

Du musst eine Entscheidung treffen, eine gute Idee haben, wissen, wie es weitergehen soll? Aber die Muse ist mal wieder nicht an deiner Seite? So ging es mir gestern, ich hatte keine Idee, wie ich die nächste Szene schreiben sollte. Alle meine üblichen Strategien griffen nicht, also stellte ich mir die Frage: Was wäre die schlechteste Idee der Welt? Wow, ich hatte eine Menge schlechter Ideen auf Lager! Dann fragte ich mich: Was konkret würde meine Protagonistin tun, wenn sie die schlechtesten Ideen umsetzen würde? Und: Was würde dann passieren? Und zum Schluss fragte ich mich: Warum wäre diese Idee schlecht?

Erstaunlich, wie viel Spaß es mir machte, diese Fragen zu beantworten.

Danach wollte ich eine der schlechten Ideen aussuchen und umsetzen. Nur welche? Sofort war mit klar, dass ich alle schlechten Ideen in eine Szene packen wollte.

Und es lief! Innerhalb einer Stunde hatte ich sechs Normseiten geschrieben und ziemlich viel Spaß dabei.

 

Wieder was gelernt: Auch die schlechtesten Ideen der Welt bringen mich weiter!

 

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Fr

13

Mai

2016

Schöne Sätze ...

... sind so kostbar wie Muscheln am Strand. Gestern schrieb mir Lisa, dass sie sich das ganze kommende Wochenende hinter eine neue Kurzgeschichte klemmen will. Sie liebt schöne Sätze und das verbindet uns. Es ist herrlich zu wissen, dass sie gerade nach dem nächsten schönen Satz sucht, wenn ich das Gleiche mache.

 

Heute fragte ich sie nach ihrem schönsten Satz und sie antwortete: "Oft weinte Frau Winter und Herr Müller hielt ihr hoffnungslos die Hand und wusste nicht, wie man Tränen trocknete, die das Herz vergoss."

 

Was war heute mein schönster Satz?

 

"Die Wahrheit ist keine gute Geschichte", sagte er.

 

Welche Sätze findest du schön? Auf welche bist du stolz?

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Di

10

Mai

2016

Whats-App Power

Dranbleiben ist das Wichtigste. Egal, ob du einen Roman schreiben willst, Bilder malen oder musizieren. Ohne Ausdauer wird es nichts.

 

Mir hilft es, dass ich andere Verrückte kenne, die genauso begeistert sind vom Schreiben wie ich. Mit ihnen teile ich die Leidenschaft und auch die leidvollen Hürden, die man nehmen muss.

 

Lisa zum Beispiel. Sie fragt mich fast täglich per WhatsApp: Hast du heute schon geschrieben?

 

Das Beste an der Freundschaft zu ihr ist, dass sie es wirklich wissen will: Ob ich 3 oder 4 Seiten geschrieben habe und sie versteht, wie wunderbar der Moment ist, wenn der Flow einsetzt.

Und ich frage sie: Na, wie lief´s heute mit dem Schreiben?

 

Und mit jedem Satz werden wir besser!

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