Robin und Jennifer

historischer Roman

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Leseprobe

 

Historischer Roman - Konkusbuchverlag Claudia Gehrke

 

1900-1913. Mit Disziplin und Lerneifer versucht Robin sich einen Platz im Leben zu schaffen, doch man hält sie im konservativen Cannstatt für „abartig“, weil sie ein Mädchen liebt. Um einer Einweisung in eine Anstalt zu entkommen, flüchtet sie zu den Lebensreformern auf dem Monte Verità. Dort trifft sie auf Jennifer, eine Tänzerin des Neuen Tanzes, die in der Pariser Boheme aufgewachsen und deren Lebensmotto das Vergnügen ist.

Erst Mädchengymnasium, dann Studium in Tübingen, Kurzhaarfrisur und Hosen – Tante Erna findet, dass Robin den falschen Weg einschlägt. Ihre Liebe zu Paula versteckt Robin, weil Homosexualismus und „conträres Sexualempfinden“ als schwere nervöse Leiden diagnostiziert und in Anstalten behandelt werden. Doch Gefühle lassen sich nicht abstellen und Paula verwirrt sie immer wieder mit ihrem wechselhaften Verhalten. Mit Disziplin und Fleiß schließt Robin ihr Studium ab und freut sich auf einen Sommer mit Paula, fern von Cannstatt und Tante Ernas Überwachung. Doch dann kommt alles anders, als sie es sich erträumte, und nur die Flucht in die Schweiz, wo ihr Bruder inzwischen in einer alternativen Gemeinschaft lebt, kann sie noch retten.

 

 

Jennifer genießt in Paris die Aufmerksamkeit von Sophie, einer etwas älteren und begabten Pianistin. So kann sie ihren gewalttätigen Stiefvater in Fantasien von einer Karriere als Tänzerin des Neuen Tanzes, bei der Sophie sie auf dem Klavier begleitet, verdrängen. Doch Sophie, ganz Bohemien und Dandy, spielt herum und Jennifer verliert ihre Träume. Ihr Stiefvater betrachtet sie als ideale Frau für die Idee der Rassenhygiene und arischer Familienplanung und sie muss sich vor ihm verstecken.

 

Auf dem Monte Verita lernen die beiden Frauen sich kennen. Gedanken der Lebensreform werden hier tatsächlich gelebt, Vegetarismus, Sonnenbäder und Frauenemanzipation. Aber Robin und Jennifer müssen erst erkennen, was sie aufgeben müssen, um zueinander finden zu können.

 

 

Hintergrundinformationen:

 

Auf dem Monte Verià (Ascona, Tessin), dem Berg der Wahrheit, kamen ab 1900 Menschen zusammen, die nach einer alternativen Lebensform suchten. Unter anderen: Hermann Hesse, Franziska Gräfin zu Reventlow, Else Lasker-Schüler, D.H. Lawrence, Hans Richter, Marianne von Werefkin, Carl Gustav Jung, Magnus Hirschfeld, Henry van de Velde.

 

Auch dabei waren Rudolf von Laban, Mary Wigman und Isadora Duncan, die BegründerInnen des Neuen Tanzes, der heute Ausdruckstanz genannt wird.

 

Ausdruckstanz war ein Bestandteil meiner Ausbildung (Tanztherapie). Ich erlernte ihn bei einer Schülerin von Mary Wigman (Fe Reichelt), Berlin.