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Interviews

Politisches Bewusstsein erhalten

Der Roman Robin und Jennifer sei deshalb für alle Frauen geschrieben, die sich gegen das Drängen in welche vorgeschrieben Bahn auch immer wehrten oder noch wehren. „Es ist wichtig, das politische Bewusstsein zu erhalten und sich bewusst zu machen, dass unsere Mütter und Großmütter für die Freiheiten gekämpft haben, die wie heute haben“, sagt Weigel. Mit ihrem Roman möchte sie darauf aufmerksam machen, dass es sich lohnt, für seine Ziele zu kämpfen, auch wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellt.

(Annina Baur, 22.8.2014 Bad Cannstatt & Neckarvororte, Lokalteil von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten)

 

 

Eine Reporterin der Stuttgarter Zeitung interviewte mich über mein Schreiben und meinen Roman "Fußballtöchter".

Hier der gesamte Artikel: Schreiben für die Gleichgerechtigung

 

Das passende Buch zur Fußball-EM in Schweden

 

Elke Weigels erster Roman nach Kurzgeschichten und Fachbüchern könnte auch gut eine Drehbuchvorlage sein. Von der ersten Seite an habe ich zwar ohnehin eine Menge Bilder im Kopf, würde die Geschichte aber auch zu gerne verfilmt sehen, so viel Emotion, Musik, trister Alltag und gleichzeitig Spannung prallen hier aufeinander.

Hier der gesamte Text: Jess Doenges

Emanzipation durch Fußball

 Gekonnt sendet Elke Weigel ihre Hauptfigur Susi auf eine emanzipatorische Reise, die geprägt ist vom inneren Kampf um das Ausbrechen aus gesellschaftlichen Unterdrückungsstrukturen und Fußballspielen als Mittel zum Zweck werden lässt, die eigenen Stärken zu erkennen.

Meropi Tzanetakis, Juni 2013  WeiberDiwan

Literaturkritik.de

Von Ballköniginnen und dem Feind am Spielfeldrand

 

.... Und als die Spielerinnen beim Betreten des Platzes von ihnen nicht nur beschimpft und bespuckt, sondern auch noch an Brüsten und Po begrapscht werden, wird ihnen endgülig klar, dass nicht das jeweils gegnerische Team der Feind ist, sondern sie vielmehr „alle einen gemeinsamen, namenlosen Feind“ haben: Die grölenden und feixenden Männerhorden, die dem Spiel nun in einer „bizarren Mischung aus Spaß und Verachtung“ zuschauen.

Hier der ganze Text:

Rolf Löchel schreibt seit 1999 für literaturkritik.de.

Lesbenring

... Es geht in dieser mitreißenden Geschichte um weitaus mehr als nur um Fußball, es ist ein Stück unserer ureigenen Geschichte, einer Geschichte, die den jüngeren Leserinnen unfassbar, absurd und kaum zu glauben vorkommen mag, an die sich die älteren aber sehr wohl noch erinnern können. Sie möge Pflichtlektüre in den Schulen werden und sei allen wärmstens ans Herz gelegt, auch jenen, die nicht wissen, wie Abseits funktioniert oder welchen Abstand die Mauer beim Freistoß einhalten muss J

gelesen von Jule Blum

lesbenring

 

Buchhandlung Löwenherz

... Dass diese Gemengelage äußerer Zwänge von Elke Weigel nicht durch ein Schlüsselerlebnis, nicht durch einen großen, dramatischen Bruch aufgelöst wird, das macht das erzählerisch Besondere dieses Romans aus. Hierzu passt auch die eher schlichte Sprache, denn Susis »Befreiung« und schließlich ihr Coming-out vollziehen sich nicht als große Entwicklung. Es ist vielmehr das Ineinandergreifen des Bewustseins, Rechte und Möglichkeiten zu haben und dem Aufweichen der äußeren, gesellschaftlichen und familiären starren Vorgaben, was für Susi bestimmend ist. Und dies ist wohl die treffendste Beschreibung dieser Zeit insgesamt - »Fußballtöchter« ist also mehr als Zeitkolorit, es beschreibt die Formel der 70er Jahre. 

(Veit empfiehlt, Sommer Katalog 2012) 

Buchhandlung Löwenherz, Wien

 

leskultur blog

Oh! Fußball! Damenfußball!

 

Ja, ich habe als Jugendliche auch Fußball gespielt. In einem Dorf, aber in Norddeutschland und es war ein paar Jahre später. Da war Damenfußball, wie das früher wirklich hieß, bereits erlaubt. Aber genützt hat das nicht viel.

... Mehr bei: leskultur.blog.de

 

Stuttgarter Wochenblatt

Stuttgarter Wochenblatt 21.3.2012
Anerkennung auf und neben dem Fußballplatz
Elke Weigel und ihr Roman „Fußballtöchter“
von Andrea Rothfuss
 
Ein Stück Frauengeschichte erzählen, das bisher noch nicht so bekannt war – das war Elke Weigels Absicht, als sie den Roman „Fußballtöcher“ angefangen hat. Denn Frauenfußball war lange Zeit verboten, noch 1955 hieß dazu im DFB-Jahrbuch: „Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anmut“.
Einige Monate bevor die Frauenfußballweltmeisterschaft im Sommer 2011 anstand, da machte sich auch Elke Weigel, P s y c h o l o g i n und Tanztherapeutin aus Stuttgart, Gedanken über das anstehende Ereignis. Im Gespräch mit einer ehemaligen Bundesligaspielerin erfuhr sie, dass
Frauenfußball früher noch verboten gewesen war. „Das habe ich selbst nicht gewusst. Deswegen habe ich mich entschlossen, ein Stück Frauengeschichte, die die Welt nicht kennt, niederzuschreiben. So entstand mein Roman „Fußballtöcher“. Dabei geht es nicht nur um Fußball, sondern darum, wie die Frauen in den siebziger Jahren gelebt haben, mit was sie zu kämpfen hatten.“
In ihrem Buch beschreibt sie, wie schwer es für die Frauen damals war, mit
Freundinnen Fußball zu spielen. Auf Vereinsplätzen herrschte ein Verbot für Damenfußball, Fußballschuhe gab es nur für Männer, an Trikots kam man nur schwer und manche männliche Fußballfans machten ihren Unmut über kickenden Fußballerinnen Luft und bespuckten diese auf dem Weg zum
Spielfeld.
Anhand der Geschichte von Susi, der Protagonistin in Elke Weigels Roman, erfährt der Leser von den Schwierigkeiten, mit denen fußballbegeisterte Frauen damals umgehen mussten. Doch es geht nicht nur um die Probleme, die witzig und lockere geschriebene Geschichte beschreibt auch den Spaß, den die Frauen auf und neben dem Fußballplatz miteinander haben. „Als ich den Roman angefangen habe, da hatte ich die Idee, dieses Stück Frauengeschichte zu erzählen. Je länger ich dann daran saß, desto mehr merkte ich, dass sich die Geschichte und die Charaktere wie von alleine entwickeln.“
Als der Roman fertig war, schickte sie dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Geschichte zu, mit dem Vorschlag, ob jemand vom DFB das Vorwort schreiben wolle. Doch es gab bis heute keinerlei Reaktion. „Ich bin überzeugt, dass es damit zusammenhängt, dass es in der Geschichte auch um eine lesbische Fußballerin geht,“ so Elke Weigel ein wenig enttäuscht.
 
Hintergrundinformationen
 
Erst verboten, dann vor Millionen Fans
Überblick über die Entwicklung des Frauenfußballs
von Andrea Rothfuss
In der lokalen Titelgeschichte auf Seite 2 berichtet das
Stuttgarter Wochenblatt über das Buch „Fußballtöchter“
von Elke Weigel. Darin wird beschrieben, wie fußballbegeisterte
Frauen in Deutschland kämpfen mussten, um Fußball spielen zu
dürfen. Das Stuttgarter Wochenblatt fasst die Entwicklung zusammen:
 
1930 wird von Lotte Specht der erste Frauenfußballverein Deutschlands gegründet, der allerdings ein Jahr später schon wieder aufgelöst wird. 1951 findet beim FC Blau-Weiß Oberhausen ein Fußballspiel der Damen statt, obwohl öffentliche Spiele nicht erlaubt sind. Betreuer Rolf Warschun wird daraufhin vom Deutschen Fußball-Bund lebenslang für alle Fußball-Ämter gesperrt. Das offizielle DFB-Damenspielverbot folgt schnell, und zwar am 30. Juli 1955: Aus „ästhetischen Gründen und grundsätzlichen Erwägungen“
wird ein Damen-Spielverbot verhängt. Den Vereinen wird verboten, Plätze für Damenfußballspiele zur Verfügung zu stellen. Auch die Gründung von Damenfußballabteilungen ist untersagt. Doch die Damen setzten sich zur Wehr und gründen 1955 und 1956 in Dortmund, Nürnberg und Essen die ersten Fußballvereine. Es finden sogar Länderspiele zwischen Deutschland und anderen Nationen statt, wenn auch inoffiziell. Ende der sechziger Jahre entstehen immer mehr Frauenfußball-Mannschaften, 1970 wird die erste inoffizielle Fußballweltmeisterschaft ausgetragen. Auch der Deutsche Fußball-Bund lockert endlich seine Haltung und hebt sein Damenfußball-Verbot am 31. Oktober 1970 auf. 1974 folgen die ersten Deutschen-Fußball-Meisterschaften für Frauen, 1976 macht Tina Theune-Mayer als erste Frau
in Deutschland eine Trainer-Lizenz, sie wird 1996 Bundestrainerin werden. 1982 besiegt die Frauenfußball-Nationalmannschaft unter Trainer Gero Bisanz in ihrem ersten offiziellen Länderspiel die Schweiz mit 5:1. 1989 dann der erste große Erfolg, Deutschland gewinnt die Europameisterschaft.
Als Prämie gibt es für die Spielerinnen ein Kaffee und Tafelservice. 1990 wird die zweigleisige Bundesliga eingeführt, 1997 die eingleisige Bundesliga. 2003 werden die Fußballfrauen Weltmeister, Birgit Prinz wird zur Weltfußballerin des Jahres gekürt. 2011 soll dann bei der Weltmeisterschaft eigentlich das Sommermärchen im eigenen Land folgen. Das Fernsehen berichtet live von allen deutschen Spielen und erreicht beim Spiel der Frauen gegen Nigeria 16,39 Millionen Fernsehzuschauer. Doch Nationalmannschaft scheidet schon im Viertelfinale gegen Japan aus.