Ein Jahr ohne Sommer und die Bilder der Romantiker

Dieses Jahr will der Sommer zwar nicht so richtig in die Gänge kommen, aber so schlimm wie 1816 ist es längst nicht. Da fiel der Sommer tatsächlich aus. Dieses Jahr wird das Jahr ohne Sommer genannt. Am stärksten betroffen waren das Elsass, die Deutschschweiz, Baden, Würrtemberg, Bayern und  Vorarlberg.

Die Temperaturen blieben ungewöhnlich niedrig, es regnete anhaltend, es kam zu Bodenfrösten und Schnee im Sommer.

Im nächsten Jahr folgten katastrophale Überschwemmungen, weil der Schnee von zwei Wintern und einem Sommer gleichzeitig abschmolz. Die Ernte fiel daraufhin fast ganz aus. Die Menschen hungerten.

 

Esrt 1920 fanden Forscher die Erklärung für das Jahr ohne Sommer: Der Ausbruch des Vilkans Tambora auf der Insel Sumbawa in Indonesien führte zur Abkühlung des Weltklimas.

 

Die feine Asche blieb bis ca. 1870 in der Atmosphäre und bescherte Europa prächtige Sonnenuntergänge von einer Farbintensität, die nie zuvor gesehen wurde. Dieses Phänomen inspirierte die Künstler der Romantik zu ihren Bildern.

 

Mich inspirierte das Jahr ohne Sommer zu der Überlegung, wie wohl Menschen in einer abgelegenen Region darauf reagieren könnten.

 

Herausgekommen ist mein Roman "Eissommer".

Eine Geschichte, die ich ganz anders geschrieben habe, als alle anderen. Ich gab meine Texte so gut wie gar nicht anderen zu lesen (was ich sonst sehr viel mache), sondern ich schrieb und schrieb, völlig abgetaucht in die Figuren und die Zeit. Ging spazieren, sog die Rosendüfte in mich auf und suchte in der Umgebung nach Plätzen, wo meine Geschichte spielen könnte.

 

Danach ließ ich die Geschichte ein halbes Jahr liegen. Was noch fehlte, war der zweite Handlungsstrang, der 40 Jahre später einsetzt. Die Geschichte von Cumera und Liane. Ich schrieb sie erst als es auf die Wintersonnenwende zuging.

 

Eine Geschichte zu beenden und sie zu veröffentlichen ist für mich immer eingewaltiger Schritt. Dann ist es nicht mehr nur meine Welt. Deswegen machen ich für manche Geschichten, die mir besonders nahe stehen, eine Collage, in der ich in Bilder und Texten festhalte, was mir so viel bedeutet hat.

 

Und jedes Jahr, wenn die Rosen wieder blühen, denke ich an diese intensive Schreibzeit, die ich gedanklich im Dorf Schrattingen verbracht habe.

 

Die Sommersonnenwende, also der 21. Juni, spielt in diesem Roman eine zentrale Rolle in der Geschichte von Rose, genauso das Gegenstück, die Wintersonnenwende, 21. Dezember, in der Geschichte von Cumera und Liane.

 

Die Mächte der Natur, die Kraft des Waldgeistes und des Färberwaids, die Heckenrosen und ihr Duft ... und wie der Gmeiner Verlag zusammenfasste: Ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, seinen eigenen Weg zu gehen.

 

Leseprobe und eine kurze Zusammenfassung von "Eissommer" findet ihr hier.

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